Wichtiger Beitrag zur Bekämpfung von Corona ist medikamentöse Behandlung

19.06.2021

Neben dem Verhindern einer Infektion durch Impfungen ist es wichtig, eine vorhandene Infektion auch medikmentös behandeln zu können. Dazu habe ich am vergangenen Freitag, den 18.06.2021, eine Rede zu Protokoll gegeben:

Anrede,

die Globalisierung hat uns in der Pandemie ihre Schwächen aufgezeigt: Die internationalen Supply Chains sind die Regel und sie sind top organisiert und getaktet. Nun erlebten wir, was es bedeutet, wenn sich die Rädchen im System mal nicht einwandfrei drehen - die Abhängigkeit ist enorm. Der jederzeitige globale Zugang zu Produkten führte zudem zur Verringerung der Vorräte auf das Minimum, da Lagerung ebenfalls weitere Kosten verursacht, die ja bei dem optimal laufenden System obsolet sind.

Und nun hatten wir es mit weltweiten Einschränkungen zu tun und stellten fest, dass es auch gut ist, sich im Falle des Falles auf eigene Produktionen und Standorte verlassen zu können. Das gilt für Masken und Schutzkleidung bis zur Produktion von Medikamenten gleichermaßen.

Erfreulicherweise kam auch ein entscheidender Beitrag zur Eindämmung der Pandemie aus Deutschland – ein Produktionsstandort konnte sogar in Schleswig-Holstein geöffnet werden.

Neben den Impfungen ist aber ein wichtiger Beitrag zur Bekämpfung des Covid-19-Virus auch die medikamentöse Behandlung. Daher ist es wichtig die Forschung auch in diese Richtung zu unterstützen.

Weltweit wird an zahlreichen Stoffen gegen das Virus geforscht. Auch die Zulassungsbehörden haben bereits signalisiert und gezeigt, dass sie die Genehmigungsverfahren für klinische Studien und die Zulassungsverfahren für erfolgreich getestete Medikamente sehr zügig bearbeiten werden – dies gilt es sicherzustellen.

Das hat die EU-Kommission bereits im Blick:

Dort ist die Strategie für COVID-19-Therapeutika aufgestellt worden. Die Strategie umfasst den gesamten Zyklus von Medikamenten: von der Forschung und Entwicklung über die Produktion bis hin zur Beschaffung und Bereitstellung.

Beispielhaft seien die folgenden Punkte der Strategie genannt: 90 Mio. Euro werden in Populationsstudien und klinische Prüfungen investieren, um Zusammenhänge zwischen Risikofaktoren und Gesundheitsergebnissen zu erkennen, als weitere Informationsgrundlage für die Gesundheitspolitik und das klinische Management, auch für Long-COVID-Patientinnen und –Patienten;

Bis Juli 2021 einen „Innovationsmotor für Therapeutika“ einrichten, um die vielversprechendsten Therapeutika von der präklinischen Forschung bis zur Zulassung zu fördern. Er wird auf laufenden Initiativen und Investitionen in die Entwicklung von Therapeutika aufbauen und mit der vorbereitenden Maßnahme zur Bestandsaufnahme von Therapeutika im Rahmen der EU-Behörde für die Krisenvorsorge und -reaktion bei gesundheitlichen Notlagen (HERA) eng zusammenarbeiten. Dadurch wird er die Koordinierung aller Forschungsprojekte im Bereich COVID-19-Therapeutika sicherstellen, Innovationen fördern und die Entwicklung von Therapeutika unterstützen;

Eine vorbereitende Maßnahme mit 40 Mio. Euro finanzieren, zwecks Förderung einer flexiblen Produktion und des Zugangs dazu für COVID-19-Therapeutika im Rahmen des „EU Fab“-Projekts, das wiederum im Laufe der Zeit zu einem wichtigen Aktivposten der künftigen EU-Behörde für die Krisenvorsorge und -reaktion bei gesundheitlichen Notlagen (HERA) werden wird.

Wir sehen also, die Kommission ist sich ihrer Verantwortung bewusst. Die Landesregierung fordert die Bundesregierung dazu auf, die Umsetzung der Strategie zu unterstützen.

Darüber hinaus hat sich gezeigt, dass der Forschungs- und Produktionsstandort Deutschland enorm wichtig ist, sodass geprüft werden soll, wie wir diesen über die Covid-19-Pandemie hinaus weiter entwickeln können.

Denn eins ist klar – wir sind stolz auf die Forschungsergebnisse aus Deutschland und wollen unsere Wissenschaftlerinnen und unsere Wissenschaftler stärker unterstützen. Mehr denn je haben wir jetzt gemerkt, welchen enorm wichtigen Beitrag diese leisten.