Für Kinder die natürlichste Unterstützung

10.12.2020

Zuletzt habe ich mich am 10. Dezember zu Frauenmilchbanken geäußert. Auch hier finden Sie nachstehend meine Rede, bei der wieder das gesprochene Wort gilt.

Anrede.

Der eine oder andere im hohen Hause wird sich über diesen TOP gewundert haben: Frauenmilchbanken. Auf Antrag des SSW wurde dieses Thema im Sozialausschuss am Oktober 2020 intensiv erörtert. Dem Sozialausschuss hat berichtet Frau Sunder-Plassmann, Geschäftsführerin vom FMBI (Frauenmilchbank Initiative), Oberärztin Naust, von der Klinik für Kinder- und Jugendmedizin aus Itzehoe, Frau Dr. Longardt, Oberärztliche Leitung Kinder- und Jugendmedizin am UKSH.

Uns wurde die Notwendigkeit von Frauenmilchbanken überzeugend vor Augen geführt. Und dass in Schleswig-Holstein Handlungsbedarf besteht, steht für uns fest! 2017 wurde am UKE in Hamburg eine Frauenmilchbank installiert. Die Welt schrieb: „Mediziner entdecken die Kräfte der Muttermilch neu“. In Kanada hat der Staat landesweit Muttermilchbanken aufbauen lassen.

Am Anfang des 20. Jahrhundert waren die Milchbanken auch in Deutschland noch verbreitet. Das Wissen und der Wille sind dann bedauerlicherweise verloren gegangen. Die Muttermilch und besonders das Kolostrum sind unverzichtbar für den Start ins Leben. Es löst das Darmpech und bereitet den Darm für das Leben vor. Es enthält Lymphozyten und Antikörper und eine Vielzahl von weiteren diversen Immunkomponenten. Es enthält mehrere Zytokine, sogenannte Wachstumsfaktoren Proteine, Enzyme, Vitamine, Mineralien und nicht nur.

Kein Pharmaunternehmen ist in der Lage ein Produkt dieser Komplexität zu produzieren. Die Natur schenkt es uns, wir müssen es nur nutzen und wir müssen es wollen. Es ist für jedes neugeborene Kind lebenswichtig, aber bei Frühgeborenen überlebenswichtig. Wir wollen, dass alle Kinder diese Startgabe fürs Leben erhalten.

Unser Antrag ist weitergehend, ich freue mich, dass SSW und SPD mit raufgegangen sind, weil wir die Landesregierung zusätzlich darum bitten, Gespräche über die Finanzierung mit den Krankenkassen zu führen und sich auf Bundesebene dafür einzusetzen, dass die Spende und Weitergabe von Muttermilch im Rahmen der DRGs berücksichtigt wird. Denn es handelt sich hierbei um höchst wertvolle Prophylaxe, an deren Förderung die Krankenkassen ein erhebliches Interesse haben dürften. Wir wissen alle, dass der Start ins Leben unsere Entwicklung erheblich beeinflusst.

Vor ein paar Wochen berichteten die Lübecker Nachrichten, dass im Jahr 2018 insgesamt 630 Säuglinge vor dem errechneten Geburtstermin zur Welt kamen. Wir setzen uns dafür ein, dass die Kinder bei Bedarf die natürlichste Unterstützung erhalten – die Muttermilch.

Ich danke für die Aufmerksamkeit und bitte um Zustimmung zu unserem Antrag.